Wo liegen meine Stärken?

Vechta. 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Antonianum Vechta setzten sich in dieser Woche im Rahmen eines Workshops mit der Frage nach ihren Stärken und Neigungen auseinander und prüften, wie und wo sie ihre Fähigkeiten im Klinikalltag einsetzen könnten.

Das Instrument, das einen Abgleich der Schülerkompetenzen mit den an die verschiedenen Berufsbilder gekoppelten Kompetenzerwartungen schafft, ist der so genannte Potentialnavigator, der mit Unterstützung der Agentur für Arbeit in Vechta im Rahmen der Initiative KURSiV eingesetzt wird. Mit KURSiV bringt der Landkreis Schulen und Nachbarbetriebe in einen engeren Dialog. „Uns ist wichtig, dass sich die Schülerinnen und Schüler stärker damit auseinandersetzen, was Ihnen liegt und was sie können und dass sie in der Lage sind, darüber zu sprechen. Diese Kompetenzen sind mehr als das, was Ihnen mit den Zeugnisnoten attestiert wird, erläutert Dr. Barbara Veltjens, die das Instrument entwickelt hat.

Im Marienhospital glichen die Schüler Ihre Neigungen und Fähigkeiten mit den Anforderungsprofilen der medizinischen Berufe ab. Wie vielfältig die Aufgabenbereiche in einem Krankenhaus sein können, zeigten etwa Frau Abraham aus der Verwaltung sowie Herr Dr. Hönemann, der den Beruf des Arztes in seinen vielen Facetten und Anforderungen beleuchtete.

Sind den Schülern ärztliche Kompetenzen wie Verschwiegenheit und Belastbarkeit bereits aus persönlichen Kontakten bekannt, betonte der Mediziner, dass auch der gesunde Menschenverstand, Kommunikationsvermögen, Entscheidungsfreude und das nötige handwerkliche Geschick je nach Tätigkeitsfeld von großer Bedeutung für den Arztberuf seien. „Ich kenne einen Professor, der zunächst eine Ausbildung als Schlosser gemacht hat und dann über den zweiten Bildungsweg Chirurg geworden ist“, berichtete der Mediziner den interessierten Gymnasiasten schmunzelnd. „Für einen guten Arzt braucht es mehr als nur ein gutes Abitur“, kritisierte der ebenfalls als Dozent tätige Mediziner die aktuelle Studienplatzvergabe über den Numerus clausus.

Initiativen, wie die vom Landkreis Vechta initiierten KURSiV-Lernpatenschaften und Programme wie der „Potenzialnavigator“ sind eine wertvolle Hilfe für die Schüler sich mit ihren Berufswünschen gezielt auseinanderzusetzen und einem Fachkräftemangel entgegenzutreten, waren sich die beteiligten Akteure am Ende der Veranstaltung einig.

Autorin: Johanna Hollah, LK Vechta