Landrat Albert Focke verstorben – Großer Verlust für den Landkreis Vechta und die gesamte Region

Landrat Albert Focke

Landrat Albert Focke

Vechta. Am 5. Juni 2014 verstarb der Landrat des Landkreises Vechta, Albert Focke, nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie. Der gebürtige Westfale und studierte Jurist Albert Focke war fast 25 Jahre beim Landkreis Vechta tätig. Zunächst von 1989 bis 1998 als Kreisdirektor, ab 1998 als Oberkreisdirektor und ab 2001 als erster hauptamtlicher Landrat. 2006 wurde Focke mit großer Mehrheit in diesem Amt bestätigt und war einer der dienstältesten Hauptverwaltungsbeamten in Niedersachsen.

„Die Erfolgsgeschichte des Landkreises Vechta ist mit dem Namen Albert Focke untrennbar verbunden“ würdigt Erster Kreisrat Herbert Winkel die Verdienste des langjährigen Hauptverwaltungsbeamten. Während Fockes Zeit beim Landkreis Vechta sank z.B. die Arbeitslosenquote von 6,5 auf 3,9 Prozent, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg von 32.000 auf über 62.000. Die Frauenerwerbsquote verdoppelte sich in diesem Zeitraum. „Focke war immer ein Kämpfer für die heimische Wirtschaft. Der wichtigste Grundsatz seiner Politik war: Wirtschaftspolitik ist die beste Sozialpolitik.“ so Winkel. „Auch bei Gegenwind hat er stets für seine Position gekämpft.“

Auch der Vorsitzende des Kreistages, Bernd Echtermann, würdigt Albert Fockes Verdienste: „Ich habe den Landrat immer als konstruktiven Partner geschätzt. Er hat für alle richtungsweisenden Entscheidungen des Kreistages mit der Verwaltung die Vorarbeit geleistet. Im Namen aller Mitglieder des Kreistages die Albert Focke in den letzten 25 Jahren beim Landkreis Vechta begleitet haben, danke ich für die Verdienste um unsere Heimat. Unsere Gedanken gelten den Hinterbliebenen dieses großen Mannes.“

In Fockes Amtszeit beim Landkreis Vechta fiel auch die Schweinepest Anfang der neunziger Jahre. Als Kreisdirektor übernahm Focke das Krisenmanagement, so dass der Seuchenzug nach langem Kampf 1995 überwunden werden konnte. Der Straßen- und Radwegebau war Focke genauso ein Anliegen wie der Ausbau des Breitbandnetzes. In den letzten zwei Jahren ging er zudem entschieden gegen die unmenschlichen Bedingungen vor, unter denen Werkvertragsarbeiter im Landkreis untergebracht wurden. Die unter seiner Leitung entwickelten Mindestanforderungen sind die strengsten in ganz Niedersachsen und brachten für über 500 Menschen spürbare Verbesserungen.

Focke, seit 2013 an Krebs erkrankt, hat bis zuletzt sein Amt ausgeführt. Nach den erforderlichen Behandlungen kehrte er immer wieder zügig an den Schreibtisch zurück und nahm lange auch weiter öffentliche Termine wahr. Im Mai befand er sich dann in stationärer Behandlung und konnte seinen Plan, seine Amtszeit bis Oktober zu Ende zu führen, nicht mehr umsetzen. Erster Kreisrat Winkel dankte Focke für sein Engagement: „Der Landkreis Vechta verliert eine große Persönlichkeit, die ganze Region einen ihrer energischsten Fürsprecher. Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung danke ich Albert Focke für all die Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Er möge ruhen in Frieden.“